"Eigentlich müsste man Herrn Bodenheimer dankbar sein, mit seinem Husarenstück den Denkmalschutz in Lüdenscheid auf die Tagesordnung gebracht zu haben.", so Ralf Schwarzkopf, Vorsitzender der hiesigen CDU. Schließlich hätten die Verantwortlichen aus allen Parteien und aus dem Rathaus viel zu schnell auf wichtige städtebauliche Denkmäler verzichtet und sie dem Abriss preisgegeben. Man stelle sich zum Beispiel vor, das wundervolle alte Krankenhaus aus der Gründerzeit an der Philipstrasse würde noch stehen. Heute mit modernen Eigentumswohnungen, wie es z.B. in Hamburg oder Berlin umgesetzt wurde. Stattdessen sei das Alte einfach planiert und durch langweilige 08/15 Häuser ersetzt worden, die nur dem Ertrag und nicht der Ästhetik genügen sollen. Die CDU betont, dass sie nicht nur eine Debatte über visuelle Reize in der Architektur anzetteln will, sondern auch die Frage stellen möchte, wie viel Vergangenheit denn noch verschwinden soll. Wie viele Orte des Erinnerns und der Identifikation mit unserer Stadt dürfen dem Profit geopfert werden, bis Lüdenscheid völlig gesichtslos und austauschbar wird?

Während die Ansichtskarten aus alten Zeiten von Herrn Schumacher jede Woche in der Lokalpresse bewundert werden, taugen Ansichten der neueren Gebäude nur noch zur Abschreckung: Lochfassaden und Kunststoffverkleidungen, die überall von Deggendorf bis Eckernförde stehen können. Die letzten Schmuckfassaden werden gerade dem Isolationswahn geopfert. Vorgärten, ehemals Orte der Begegnung, werden zu Parkplätzen betoniert. Die Initiative der heutigen Stadtplaner, mit einer neuen Gestaltungssatzung die wunderbare Gründerzeitsubstanz der Wilhelmstrasse im "alten" Glanz erstrahlen zu lassen wird ausdrücklich begrüßt. Umso unverständlicher die Aktionen von Bodenheimer, der seinen engen Kontakt zum Rathaus doch hätte nutzen können, um frühzeitig mit dem Denkmalamt zusammen zu arbeiten. Im Übrigen ist auch das Argument, dass Denkmalschutz einen Haufen Geld kostet, nur bedingt zulässig. Jeder Eigentümer muss schließlich für sein Haus sorgen. Und der höhere Aufwand für historische Gebäude kann zu einem großen Teil über die Steuer abgesetzt werden. Warum renoviert also der stellvertretende Bürgermeister sein Haus angeblich denkmalgerecht, wenn er nach der Eintragung  des Hauses diesen Steuervorteil hätte geltend machen können? Schwarzkopf sieht leider keine großen Chancen, die wahren Hintergründe dieser windigen Aktion zu erfahren. Aber eins steht für den CDU Vorsitzenden fest: "Herr Bodenheimer mag noch so viel auf die CDU schimpfen - wir werden auch weiterhin unseren Kurs für die Erhaltung unserer schönen Denkmäler halten."